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 Neue CD´s
reinhard Offline

Mitglied

Beiträge: 107

09.04.2009 13:24
JAZZ GITTI antworten

Die neue CD "Pures Leben" kommt am 10.04.09 in den Handel!!!!

Enthalten sind,
8 neue Lieder
+ 14 größte Hits
= 22X die Jazz Gitti PUR

Nachfolgender Text entnommen aus Pressetext.... http://www.jazz-gitti.at
Anmerkung: der Text enthält eine kleine BIO und ....tja lesen müsst Ihr schon selbst


Die Gittl und die CRUX mit der Begriffserklärung oder Jazz Gitti´s „Pures Leben“

Na gut, ich geb es zu, der erste Weg führte mich zu Wikipedia. Ich suchte nach dem was Wiki über das Wort „Pur“ zu schreiben hat und bekam unter anderem folgende Treffer: Einen Fluss in Westsibirien, die deutsche Pop-Band und eine politische Partei in Rumänien. Aber unter der Begriffserklärung heißt es: pur (lat. purus „rein“) steht adjektivisch für Reinheit.
Man will es genau wissen, also weiter klicken und dann erklärt Wiki: „Im moralischen Sinne versteht man unter Reinheit die Einhaltung von Tugend, insbesondere der Keuschheit“.
Na Bumm – denke ich und überlege mir wie ich da jetzt die Brücke zur neuen CD der Jazz Gitti schlagen könnte … eine CD die den Titel „Pures Leben“ trägt.

13. Mai 1946! Martha Bohdal, die spätere Jazz Gitti, kommt in Wien zur Welt. Hineingeboren in eine Zeit wo Schuttberge und Bombentrichter noch zum prägenden Stadtbild gehörten und die „4 im Jeep“ durch eine Stadt schotterten, die gerade dabei war, die dunklen Jahre zu verdauen. Martha ist ein Kind des 2. Wiener Gemeindebezirkes, der Leopoldstadt. Eine Insel zwischen der Donau und dem Donaukanal. Wurstelprater, die Praterauen und das Stettel, das jüdische Wien. Die Leopoldstadt trägt auch den Spitznamen „Brooklyn von Wien“. In der Tat existiert so etwas wie eine Bezirkfreundschaft der beiden Stadtteile. Schmelztiegel der Nationen, jüdische Wurzeln und ein bunter Menschenbogen. Arbeiter, Künstler, Intellektuelle, Strizzis. Rotlicht und Religion leben Tür an Tür.
Martha ist ein Kind dieses subkulturellen Kessels und so verwundert es nicht, dass die Frau so ist wie sie ist und weshalb ihr Leben so verlief wie es lief.

1962 wanderte sie nach Israel aus, flüchtete vor der Engstirnigkeit der Stadt, die sich in den frühen sechziger Jahren als graue Häusermasse mit noch graueren Menschen darstellte. Sie heiratete in Israel Herrn Butbul, wurde Mutter ihrer Tochter Shlomit und kam neun Jahre später wieder zurück nach Wien. Die Stadt war mittlerweile eine andere geworden. Die Gitti nicht. Doch, geschieden wurde sie wieder. Das 68er-Jahr mit all seinen Begleiterscheinungen ging auch an Wien nicht spurlos vorbei und so wurde die ehemalige Frontstadt an der Donau der letzte Außenposten vor dem eisernen Vorhang, eine eigenartige Mischung aus Subkultur, Tradition und legendärer Küche. Eine Stadt, wie gemacht für Gitti. Die begeisterte Gastronomin mit der unkonventionellen Art kellnerte zuerst bei Jazz Freddy bis sie 1973 ihren ersten eigenen Laden aufmachte. Das Cafe „Zuckerl“ und später den ersten Wiener Jazzheurigen. Es war das typische, alternative Wien seiner Zeit. Musik jenseits der Schrammeln, aber das Essen wie man es liebte. Die Bands standen bis spät in der Nacht auf der Bühne und wenn die Gitti – aus der damals schon die Gittl wurde – gut drauf war und gerade keiner einen Schweinsbraten wollte, selbst zum Mikro griff, dann war die Nacht lange nicht vorbei und es erklärt sich auch wieso sich vor dem Namen das Wort „Jazz“ einparkte.

Und genau das ist es, was die Künstlerin Jazz Gitti vom eigentlichen Klischee deutlich unterscheidet. Die Frau hat sich nie Gedanken gemacht, wie sich eine Karriere planen lassen könnte. Gittl spielte nie Jazz Gitti, sondern sie war es immer und sie ist es bis heute. Sie holte sich eine blutige Nase mit einem weiteren Jazzlokal, weil die Preise ziviler waren als woanders. Ziviler, weil die Gittl wollte, dass sich jeder sein Essen leisten konnte.
Gittl war da, kümmerte sich um alles und verlor trotzdem. 1979 wurde „Gitti´s Jazz Club“ geschlossen.

Der Mensch aber, der war so gestrickt wie er ist und polarisierte allein durch das schiere Auftauchen. Die Körperfülle, das lautstarke Auftreten, eine Wiener „Goschn“, die selbst in der Wehmut keine leisen Töne kennt … und eine begnadete Singstimme. Es war nur eine Frage der Zeit bis diese Kombination auf der Bühne wirklich wahrgenommen wurde.
Gitti war mitten drin in den Bühnenexzessen der Aktionistenrockformation „Drahdiwaberl“. Im kessen Mieder sang sie über Schokolade während rund um sie der Punk abging und Tiergedärme durch die Luft flogen.
Sie ritterte im Fernsehen um die Teilnahme zum Song Contest und hatte auf einmal im ganzen Land glühende Verehrer und Menschen, die sie einfach nicht ausstehen konnten. Die beste Mixtur für höhere Weihen im Showgeschäft. Die kamen dann auch!

Das erste Album hieß „A Wunda“, war aber keines sondern eine logische Konsequenz. Gittl tat das was sie immer tat: Leute unterhalten! Dabei war und ist sie immer extrem authentisch geblieben und so geschah nichts anderes als dass der Erfolg, der sich nun einstellte, die Summe ihres Tuns in all den Jahren zuvor war. Der erste Hit hieß „Kränk di net“ und Gitti stand auf einmal in Monaco auf der Bühne und erhielt aus den Händen von Cliff Richard den World Music Award.
Die Wiener Wuchtl wurde vom Fernsehen entdeckt, spielte Theater und machte 10 sehr erfolgreiche Alben. 25 Jahre ist es nun her und so feiert Gittl dieses Jahr Bühnenjubiläum. Wie die Zeit vergeht…!

Es ist die Zwischenbilanz eines Lebens und keiner Karriere, denn diese Unterschiede gelten bei ihr nicht. Das eine würde ohne das andere nicht funktionieren. Auf, neben, hinter oder vor der Bühne, Gittl ist Gittl, und wie in all den Jahren polarisiert sie auch heute noch. Klar, eine gewisse Güte kommt mit den Jahren und wenn ihr Mundwerk nun nicht mehr ein Schwert sondern viel eher ein Wiener „Taschenfeitl“ ist, dann hat das damit zu tun, dass sie auch privat seit Jahren in einem ruhigen Hafen liegt.

Also keine Crux mit dem Begriff „Pur“. So gesehen hat die CD „Pures Leben“ den absolut richtigen Titel, denn dabei geht es nicht um Tugend oder Keuschheit, sondern darum, dass ihre Karriere, ihr Leben frei von jedweder Maske ist. „I bin wie i bin“, sagt sie und für die einen ist es ein schönes Erlebnis dabei zu sein, für die anderen eine gefährliche Drohung. Das macht Gittl so sympathisch, das ist der Grund weshalb man ihre Lieder hören möchte und genau aus diesem Grund hat sie ein Vierteljahrhundert als Musikerin erfolgreich überlebt. Die CD ist eine Werkschau, eine Zwischenbilanz. Alle Hits plus neue Lieder, 22 an der Zahl. Eine stattliche Sammlung! Lieder, die allesamt sehr österreichisch, oder genauer gesagt wienerisch sind. Freude und Wehmut, Optimismus und Melancholie, Schimpfen und Schmeicheln. Die Gegensätze ziehen sich an, nichts schließt sich aus. Weinen und gleichzeitig dabei lachen.
„Es geht darum, den Leuten eine Freude zu machen, ein bisserl Glück und Zufriedenheit in ihr Leben zu bringen“, sagt sie und es wäre nicht die Gittl, würde dann nicht nach einem kurzen zeitlichen Abstand noch ein „verstehst?!“ folgen. Klar verstehe ich und klar hat sie recht und ebenso klar ist, dass genau das der Grund ist, weshalb sie noch nicht im Nebel der Vergangenheit des Austropop verschwunden ist sondern immer noch für Emotionen sorgt.

2009! Gitti plant auch dieses Jahr wieder auf Tour zu gehen. Eine neue Show, die aber – so neu kann sie gar nicht sein – von ihrem traditionellen Zentrum leben wird und dieses wie immer, Gittl heißt. Frau Brigitte Jazz, das Mädel aus dem Brooklyn von Wien.
Da ist sie her, da gehört sie hin und es gehen sich locker noch einmal weitere 25 Jahre aus.
Abschließend sei noch erwähnt dass die Gitti in ihrem Leben viele Auszeichnungen und Ehrungen erlebt hat. Ersparen sie dem Schreiber das Tippen der Liste. Eine Aufzählung davon findet sich im Internet. „Verstehst?!“

Angefügte Bilder:
jazz_gitti-pures_leben_a.jpg  
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