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 Geschichten & sonstiges
Gittel Offline

Hörer

Beiträge: 2

12.08.2009 22:07
Speedy antworten

Guten Tag!
Darf ich mich vorstellen?
Mein Name ist Speedy.
Ich bin ein, wie meine Leute sagen, ein stolzer Kater, der jetzt aber sehr krank ist.
Wenn Sie ein wenig Zeit haben, möchte ich gerne meine Geschichte erzählen.
Ich habe schon einige Zeit keinen richtigen Appetit mehr, doch sehr viel Durst.
Heute früh nun, es ist wieder ein nasskalter Novembertag wecke ich mein Frauchen. Das tue ich immer, wenn ich nach Hause komme. Sie müssen wissen, nachts gehe ich immer meine Runden.
Sie steht also auf und geht mit mir in die Küche. In freudiger Erwartung sitze ich vor ihr und beobachte, wie sie mir mein Schälchen mit leckerer Milch füllt.
Doch, ich weiss nicht warum, ich bekomme keinen Tropfen herunter. Da nimmt Frauchen mich auf den Arm.Wir sehen uns an und wir beide wissen, heute ist der tag also da.
In den letzten Tagen hat sie mir einige Male gesagt: "Du wirst wohl bald auf eine lange Reise gehen". Da wo ich dann bin, wird es sehr schön sein. Die Sonne wird so warm scheinen, dass ich mich im Grad ausstrecken kann und mich wohl fühlen kann.
Ich gehe also in meinen Reisekorb und beide, mein Frauchen und mein Herrchen fahren mit dem Auto los. Dann sind wir in den Raum gegangen, den ich von mehreren Besuchen ganz gut kenne.
Jetzt liege ich ganz warm und weich bei meinem Frauchen im Arm.
Nun werde ich auf einmal so müde und möchte schlafen. Aber ich muss noch wach bleiben. Denn wie gesagt, meine Geschichte möchte ich noch gerne erzählen.
Es war vor ein paar Jahren, da lebte ich in einem jaus, das voll mit meinen Artgenossen war. Dort besuchten uns immer verschiedene Menschen. Nach diesen Besuchen waren wieder einige von uns weg.
Eines Tages kamen ein Mann und eine Frau zu uns.
Sie setzten sich mitten unter uns und sahen sich um. Nach einiger Zeit hörte ich wie sie zu den Menschen, die uns immer Essen und Trinken gaben, sagten: "Wir möchten einen ganz schwarzen "Stubentiger" haben". Doch wir alle waren mit verschiedenen Farben und Schattierungen ausgestattet. Die beiden wollten gerade wieder gehen, doch sie hatten nicht mit mir gerechnet. Denn ich war ja schwarz, hatte aber weisse Schuhe und ein weisses "Lätzchen".
Ganz mutig gin ich auf die Frau zu und blieb vor ihr stehen. Sie sah zu mir herunter und fragte: "Na, willst du etwa mit und nach Hause gehen?"
Und ob ich wollte. Mal sehen was zu Hause war. ich hatte es geschafft. Wir fuhren also wie gesagt nach Hause.
Dort angekommen, durfte ich mein Körbchen verlassen. Das Türchen ging auf und ich stand direkt vor meiner sauberen Toilette. Da musste ich also hin, wenn es mal eilig war. Aber dazu hatte ich jetzt keine Zeit. Zuerst wollte ich mein neues zu Hause inspizieren. Neugierig ging ich auf Entdeckungstour. Aha, das war wohl das Wohnzimmer, also nichts wie hinein. Weil ich ja nun hier Leben sollte, musste alles wie üblich markiert werden.
Tisch und Sofa waren gut zu erreichen. Aber wie kam ich auf die grosse Uhr an der Wand? Ich nahm Mass und Schwupp war ich oben.
Nun aber wieder runter, denn es gab ja noch mehr Zimmer. Jetzt stand ich in einem Raum mit einer Türe, die zum Balkon ging. Doch die war zu. Also, nix mit nach draussen gehen. Na gut.
Nun meldete sich mein Magen, denn ich bekam Hunger von all dem Neuen. Ich ging dem Geruch nach, der aus der Küche kam. Dort stand prima Futter und zu Trinken gab es auch was.
Ich beschloss hier zu bleiben.
Meine Zeit im neuen Heim verging mit Essen, Spielen und Schlafen. Oft sprang ich auf die Fensterbank. Doch auch da ging es nicht raus. Na ja, es hatte wohl einen Sinn. Schliesslich war ich in einer ganz neuen Umgebung.
Doch dann nach einiger Zeit kam mein Herrchen mit einer Katzenleine, die er mir anlegte. Nun wusste ich, es geht an die frische Luft. Wir sind jeden Tag spazieren gegangen. Es war immer der gleiche Weg undich habe mir die Umgebeung gut gemerkt. Nach einer Weile meinte Frauchen, ich dürfte jetzt alleine lostigerne. TOLL!!!
Ich sprang auf die Brüstung vom Balkon und sah nach untern. Puh, das war ganz schön tief. Ich nahm meinen Mut zusammen und Zack, war ich unten. Aber nach einiger Zeit meldete sich wieder mein Magen. Was tun? Darum ab nach Hause. Doch so leicht wie runter, ging es nicht wieder rauf auf den Balkon. Schnell lief ich dahin, wo alle Menschen in und aus dem Haus gingen. Ich glaube mein frauchen hatte schon auf mich gewartet, denn sie machte sofort die Türe auf. Doch so konnte es nicht weiter gehen. Meine Familie unterhielt sich darüber, und schon bald stand eine tolle Leiter vor dem Balkon. Nun war es ganz leicht für mich ein und aus zu gehen, wann immer ich wollte.
Aber halt da war noch was.
Immer die Balkontür aufzulassen war einfach zu leichtsinnig für meine Leute. Nach kurzer Überlegung bekam ich meine eigene kleine Tür neben der grossen. Jetzt war alles in Ordnung und wir alle waren zufrieden.
Weil ich meistens nachts unterwegs war, schlief ich natürlich am Tage. Am liebsten in meinen Körbchen oder im Sessel.
Im Sommer jedoch zog ich die Bank auf dem Balkon vor. Ja, die Sommer, die waren samtpfoten gerrlich. Meine Leute und die Nachbarn beim Plauschen im Garten und ich suchte mir einen weichen Schoss zum dösen aus.
Und da waren ja wie man sagt noch unsere "ärgsten Feinde". Stimmt nicht.
Dank Frauchen verstanden wir uns prima. Sie hatte mich mit den Hundedamen und Herrchen bekannt gemacht. Schon bald mochten wir uns alle und haben uns immer freundlich begrüsst.
Mit der Zeit wurde eine Altpaiertonne mein Lieblingspaltz. Von hier oben hatte ich eine gute Aussicht und bekam von allen meine "Streicheleinheiten". So ging die Zeit dahin.
Bald hatte ich meine ersten Freundin. Wie sich das gehört, wollte ich sie meinen Leuten vorstellen. Ich sagte zu ihr: "Bleib vor der Leiter sitzen, ich rufe Frauchen". Die kam auch gleich auf den Balkon um zu sehen was los war. Erst sah sie zu mir und dann nacht unten, wo meine Freundin wartete. Da hast du dir ja ein hübsches Mädchen ausgesucht, waren ihre Worte. Was soll ich sagen, die Kleine war ganz schwarz. Doch auch das ging vorbei und mein Leben ruhig weiter.
Nun muss ich mich aber beeilen, denn ich werde immer schläfriger. Es ist so schön warm und weich in Frauchens Armen und auch mein Herrechen sitzt neben mir.
Sie müssen wissen, ich war ganz gut dabei, wie die menschen sagen. Mein frauchen fiel sofort auf, dass ich immer dünner wurde. Und die Zeit, in der ich nachts zu Hause war, wurde auch immer länger. Irgendwie gefiel das Umherwandern nicht mehr so sehr. Mein Appetit liess auch zu wünschen übrig. Dich dafür wurde mein Durst immer grösser.
Sorgenvoll und traurig sahen wir beide, Frauchen und ich, uns an.
Wir fuhren zur Tierärztin und auch da diese traurigen Gesichter. Wieder zu Hause sprach Frauchen mit mir über die lange Reise und wie schön es sein würde, wenn ich angekommen sei. Noch eonmal bekam ich, das was mir immer am besten geschmeckt hatte. Doch ich lag nur noch im Sessel und wollte schlafen.
Nun bin ich mit meiner Geschichte am Ende.
Herrchen und Frauchen streicheln mir sacht über mein Fell. Das tut so gut. Frauchen sagt immer wieder. Ich brauche keine Angst zu haben, den schlaf sein was ganz schönes. Es ist wahr, ich fühle mich ganz sicher und geborgen. Und wenn ich am Ende der Reise bin, weiss ich, alle anderen Reisenden sind auch da und wir toben auf einer sommerwarmen Wiese.
Das alles hat Frauchen für mich geschrieben, da ich da ja nicht kann. Ich bekomme einen schönen Schlafplatz, wo es ruhig ist und die Vögel über mir singen.
Vielen Dank für die Zeit, die Sie sich für mich genommen haben.
Speedy

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